Rente mit 63

Wie sieht die Rente mit 63 aus? – “Die Rente ist sicher”, hat ein Minister einmal gesagt. Das stimmt zwar durchaus, denn jeder arbeitende Deutsche hat Anspruch auf die Altersrente. Doch das Alter, ab dem man die Rente bekommt, sowie die Höhe dieser Rente, das eigentlich Wichtige daran, sind weit weniger sicher. Denn die Höhe der Rente hängt von vielen Faktoren ab.

Wieviel und was genau bekomme ich?

rentnerpaar

Viele angehende Rentnerpaare in Deutschland liebäugeln mit der Rente ab 63.

Wer vor dem gesetzlichen Rentenalter in Rente gehen, also Altersrente beziehen, will, der muss mit Abzügen bei der Höhe seiner gesetzlichen Rente rechnen. Momentan beträgt die Höhe dieser Abzüge 0,3 Prozent pro Monat vor der gesetzlichen Altersgrenze. Das bedeutet, wer ein Jahr vor Vollendung seines 67. Lebensjahres in Rente geht, bekommt von seiner ihm eigentlich zustehenden Altersrente 3,6 Prozent abgezogen. Der maximal mögliche Abzug – bei Beginn des Rentenbezuges mit 63 – beträgt 18 Prozent. Die Höhe der Rente ergibt sich aus mehreren Faktoren: Entgeltpunkte, Zugangsfaktor, Rentenartfaktor, und aktuell gültiger Rentenwert in Euro. Anhand dieser Faktoren wird die jeweilige Rentenhöhe errechnet. Als Faustregel, zur Berechnung der Rente – zumindest ungefähr – lässt sich das “51 Prozent-Niveau” benutzen. 51 Prozent des Bruttoverdienstes pro Monat, ergibt die ungefähre monatliche Altersrente, allerdings als Nettorente.

Eine feste Arbeitsbeschäftigung nach dem eigentlichen Renteneintritt kann sich lohnen.

Das Alter, ab dem die gesetzliche Altersrente bezogen werden kann, variiert ebenfalls. Verbindlich festgelegt ist das Vollenden des 67. Lebensjahres, allerdings nur für diejenigen Arbeitnehmer, die ab 01.01.1964 geboren wurden. Für die vor 1964 geborenen Arbeitnehmer werden andere Eintrittsdaten anwendet. Grundsätzlich gilt, dass für jedes Jahr vor 1964 zwei Monate abgezogen werden. Bei den vor 1958 Geborenen wird pro Jahr ein Monat abgezogen. Wer bei der Rente mit 63 Abzüge befürchtet, hat also Recht. Dafür wird das Gegenteil, das Arbeiten über den gesetzlichen Rentenbeginn hinaus, mit Vorteilen belohnt. Für jeden Monat nach dem Zeitpunkt, an dem der Arbeitnehmer die gesetzliche Altersrente beziehen darf, den ein Arbeitnehmer arbeitet, ohne Rente zu beziehen, wird auf die Altersrente 0,5 Prozent Zuschlag gewährt. Vereinfacht gesagt bedeutet dies, dass sich für jeden Monat, den der Arbeitnehmer länger arbeitet, die Rente um 0,5 Prozent erhöht. Das bedeutet, für jedes Jahr nach dem Beginn des Rentenalters, erhöht sich die Rente um insgesamt sechs Prozent. Ein eventueller Hinzuverdienst wirkt sich übrigens in keinster Weise auf die Altersrente aus. Wer die staatliche Altersrente bezieht, darf in unbegrenzter Höhe hinzuverdienen, ohne Abzüge befürchten zu müssen.
Für den vorzeitigen Bezug der Altersrente gilt allerdings noch eine weitere Voraussetzung: Die Zahl der Beitragsjahre. Für 45 Beitragsjahre Rente mit 63 beantragen, darunter geht es nicht. Das bedeutet, der Arbeitnehmer muss mindestens 45 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben, um die vorgezogene Altersrente mit 63 in Anspruch nehmen zu dürfen.

Weitere Arten der Rente – Altersrente für Schwerbehinderte

rollstuhlfahrer - altersrente für schwerbehinderte

Rollstuhlfahrer – Altersrente für Schwerbehinderte

Die gesetzliche Altersrente ist allerdings beileibe nicht die einzige Rente, die im Alter bezogen werden kann. Eine weitere Rentenart ist die Behindertenrente. Die offiziell “Altersrente für Schwerbehinderte” genannte Rentenart, ist zur Absicherung derjenigen Rentner vorgesehen, die vom Gesetzgeber als Schwerbehinderte, also mit mindestens 50 Prozent Behinderung, anerkannt sind. Auch in diesem Falle gibt es den vorzeitigen Bezug der Behindertenrente. So kann Behindertenrente mit 63 bezogen werden, falls der Arbeitnehmer bereits 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt hat. Der Bezug kann auch bereits mit 60 Jahren beginnen, falls der Arbeitnehmer Abschläge, in diesem Falle 10,8 Prozent, in Kauf nehmen will. Wie bei der Altersrente werden auch hier pro Monat 0,3 Prozent des Rentenbetrages abgezogen, für jeden Monat, den der Arbeitnehmer vor Vollendung des 63. Lebensjahres in Rente gehen will. Wichtig bei dieser Rentenform ist insbesondere, dass die Ansprüche auf den Bezug der Behindertenrente auch dann nicht erlöschen, wenn während des Rentenbezuges die Schwerbehinderung aufgehoben wird.
Als weitere Besonderheit existiert in der Behindertenrente der sogenannte “Vertrauensschutz”. Das bedeutet, Arbeitnehmer die vor dem 17.11.1950 geboren, und vor dem 16.11.2000 als Schwerbehinderte anerkannt worden sind, erhalten die Behindertenrente in voller Höhe, ohne Abschläge. Das Formular R240 zum Vertauensschutz finden Sie hier bei uns

Eine weitere Rentenart ist die “Altersrente für langjährig Versicherte“. Der Bezug dieser Rente setzt drei Bedingungen voraus. Der Versicherte muss mindestens das 63. Lebensjahr vollendet haben, die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben, sowie bestimmte Hinzuverdienstgrenzen einhalten. Diese Grenzen gelten allerdings nur bis zum Erreichen des 65. Lebensjahres, danach darf – wie bei der regulären Altersrente -dazuverdient werden, ohne Abzüge befürchten zu müssen. Die sogenannte Wartezeit ist die Mindestzeit, die ein Versicherter Beiträge zahlen muss, ehe er Ansprüche auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung hat. Natürlich muss auch die Altersrente für langjährig Versicherte – wie jede andere Rentenart auch – vom Versicherten beantragt werden, um zur Auszahlung zu kommen.